Ob als Grundlage für ein Kartenmotiv oder in einem Stilleben – früher oder später möchtest du bestimmt mal ein Weinglas zeichnen. Ich zeige dir exakt, wie das geht und welche Besonderheiten Glas mit sich bringt.

Die Bleistiftzeichnung des Weinglases eignet sich perfekt als Grundlage für weitere Maltechniken (zum Beispiel Aquarell oder Acryl), funktioniert aber auch als fertiges Bild.

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Die Grundform des Weinglases

Beim Zeichnen eines Weinglases gibt es zwei typische Herausforderungen, die wir in dieser Anleitung meistern wollen:

  1. Die Zeichnung der Grundform des Glases. Diese sollte präzise und mit sicheren Strichen gezeichnet werden, damit das Glas auch wie ein Glas wirkt – starr und hart. Weinkenner wissen außerdem: Die Form des Weinglases ist wichtig für den Geschmack!
  2. Die Anmutung von Glas mit dem Bleistift reproduzieren. Hier lohnt ein Blick auf eine Fotografie als Vorlage. Glas ist teils durchsichtig, teils bricht es das Licht und an anderen Stellen wiederum spiegelt es Teile der Umgebung, je nach Situation.

Und da wir ein Weinglas zeichnen wollen darf eines nicht fehlen: Die richtige Menge Wein im Glas (also etwas ein Drittel des verfügbaren Volumens)!

Die ersten Striche

Mit den ersten Strichen definieren wir die Grundform. Ich habe mich für ein ovales Weinglas entschieden, da wir in diesem Fall einen Kreis als Richtlinie nutzen können.

Grundform des Weinglases entwickeln
  • Optional: Möchtest du das Weinglas an einem bestimmten Ort auf deinem Papier platzieren, reicht eine Linie, die du ungefähr in der Mittel teilst. Der Kelch oben und der Stiel mit Fuß sind circa gleich hoch.
  • Mit einem Kreis definierst du die untere Form des Kelches. Wichtig: Der Kreis sollte möglichst gleichmäßig und präzise sein! Er ist maßgeblich für das Endergebnis verantwortlich.
  • Vom Kreis ziehst du zwei Linien (Tangenten) nach oben mit leichter Neigung nach innen. Um ein besseres Gefühl für die Neigung zu bekommen, kannst du vorher zwei vertikale Linien einzeichnen (und diese anschließend wieder ausradieren).
  • Zu guter Letzt zeichnen wir noch einige Ovale (Glasrand, Weinoberfläche und Fuß). Da wir davon ausgehen, dass wir leicht von oben auf das Weinglas schauen, werden diese Flächen nach unten hin immer runder.

Zur Verdeutlichung: Bei der seitlichen Betrachtung des Weinglases sorgt die Perspektive dafür, dass die Rundungen oval erscheinen. Je weiter weg der Kreis von deiner Augenhöhe entfernt ist, desto runder wird es.

Kreise in der Perspektive

Rundungen einzeichnen

Damit ist die grundsätzliche Optik deines Weinglases bereits fertig. Für eine fertige Skizze fehlen nur noch die typischen Rundungen unter dem Kelch und über dem Fuß.

Achte hierbei besonders auf harmonische Rundungen und eine gute Symmetrie.

Fertige Skizze mit Rundungen

Die Skizze kann sich schon sehen lassen, oder? Diese Basis eignet sich perfekt, um sie zum Beispiel mit Aquarellfarben auszumalen. In diesem Fall entscheiden wir uns jedoch für eine Bleistift-Zeichnung.

Doch vorerst ist Zeit für eine kleine Pause (und einen Schluck Wein) – anschließend geht es an die Reflektionen und Schattierungen.

Schatten und Reflektionen

Für die kommenden Details ist es tatsächlich sehr hilfreich, ein echtes Glas Wein vor sich zu haben. Oder zumindest ein Foto eines solchen. Da unser Hintergrund weiß bleibt, ist auch das durchsichtige Glas in großen Teilen weiß. Dazu kommen diverse Lichtreflexe und Schattierungen.

Ich starte gern mit den Reflektionen im unteren Bereich des Glases.

Tipp: Anfangs sehen die Linien und Flächen oft komisch aus. Je mehr Details du aufbringst, desto eher ergibt sich ein realistischer Gesamteindruck.

Hier gilt, wie so oft beim Zeichnen: Nicht zu früh aufgeben!

Reflektionen unterer Teil
  • Die Reflektionen am und im Stiel sind sehr markant und lassen sich gut nachahmen. Der Rotwein wird im Stiel gespiegelt und der Boden im Fuß des Glases.
  • Dazu kommen die Reflektionen der Umgebung (zum Beispiel ein Fenster).

Anschließend kümmern wir uns um den oberen Teil des Weinglases.

Reflektionen oberer Teil
  • Auf dem Kelch platziere ich großflächige Reflektionen. Zum Rand hin werden diese schmaler und folgen den Konturen des Kelchs.
  • Den Rotwein deuten wir nur durch eine Schraffur an. Auch dort sind verschiedene Graustufen zu finden und auf der Oberfläche gibt es eine weitere Reflektion.
  • Ein paar kleine Luftbläschen an den Rändern sorgen für etwas Realismus.

Im letzten Schritt schattiere ich auch den Kelch noch etwas und dunkle einige Stellen nachträglich weiter ab. Mit dem Radiergummi setze ich noch einige kleine Highlights auf dem Glas.

Der Eindruck von Glas wird mit jedem Detail etwas besser. Hier kannst du dich auch mal vertiefen und voller Konzentration Schatten und Reflektionen zeichnen.

Weitere Schattierungen

Damit ist dein selbst gezeichnetes Weinglas fertig! Möchtest du, dass das Glas nicht in der Leere schwebt, sondern etwas halt auf dem Papier bekommt, ergänzt du noch einen leichten Schatten und eine Tischkante. So entsteht ein Bezugssystem, das dem Glas halt gibt.

Schatten und Tischkante

Viel Spaß mit deinem Weinglas! Das gilt auch für die Vorlage – schließlich muss das Model am Ende ausgetrunken werden. 🙂

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1 Gedanke zu „Weinglas zeichnen Schritt für Schritt (Bleistift)“

  1. Gut. Ich zeichne schon ein klein wenig länger. Hab aber aus der Laune heraus einfach Mal die Anleitung verfolgt und angewendet. Hat echt Spaß gemacht und das Ergebnis ist auch positiv ☺️ Für Anfänger ganz nett 👍👍👍

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