Schrift plotten: 5 wichtige Tipps

Meinen Plotter habe ich mir vor allem gekauft, weil ich unbedingt Schrift plotten wollte. Klingt einfach, birgt aber einige Herausforderungen. Daher zeige ich dir in diesem Artikel, wie du wunderschöne Schriften problemlos plotten kannst.

Deine selbst geplotteten Wörter und Sprüche eignen sich perfekt für die Verschönerung von Dekoration und Möbeln oder als Basis für ein selbst gestaltetes Kleidungsstück. Schrift macht einfach alles schöner, oder? 🙂

Die richtige Schrift

Als Basis für dein Vorhaben brauchst du natürlich eine passende Schriftart (englisch „Font“). Im Internet gibt es Unmengen an Fonts, die du dazu nutzen kannst. Viele Schriftarten findest du bereits auf deinem PC, Tablet oder Smartphone. Je nach Plotter Software sind außerdem weitere Schriften vorinstalliert.

Filigrane Schreibschrift

Oftmals möchte man aber eine ganz bestimmte Schrift plotten. Diese musst du daher selbst herunterladen und installieren.

Hier einige Quellen für viele schicke, kostenlose Schriften:

Für premium Schriftarten empfehle ich:

Der Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Schriften liegt meist in der Qualität und in der Lizenz.

Wenn du Schrift plottest und deine Produkte verkaufen möchtest ist es nötig, dass du die jeweilige Font gewerblich nutzen darfst! Beschäftige dich hier unbedingt mit den jeweiligen Lizenzen.

Nutzt du deine geplotteten Schriften ausschließlich privat brauchst du dir in der Regel keine Gedanken über Lizenzen machen.

Von der Schrift zum Vektor

Wenn du meinen Artikel zum Plotten lernen aufmerksam gelesen hast weißt du: Für ein perfektes Ergebnis brauchst du die entsprechenden Vektoren mit sauber gezogenen Pfaden.

Hier habe ich eine gute Nachricht für dich: Schriften bestehen (abgesehen von Bitmap Fonts) bereits aus Vektoren. Du musst dein gewünschtes Wort nur entsprechend konvertieren. Je nach Software gibt es hier unterschiedliche Bezeichnungen für das Vorgehen.

Sauberen Vektor erhalten

Üblicherweise sieht der Prozess wie folgt aus:

  1. Du schreibst ein beliebiges Wort in der gewünschten Schriftart.
  2. Das fertige Wort konvertierst du in Pfade. Diese Funktion versteckt sich oft in einem Untermenü oder ist per Rechtsklick auf den Text erreichbar. Anschließend liegen die Buchstaben in einzelnen Formen vor. Von hier an lässt sich der Text nicht mehr ändern.
  3. Es kann vorkommen, dass sich die einzelnen Pfade der Buchstaben überlappen. Dies ist vor allem bei Schreibschriften der Fall. Damit der Plotter die Buchstaben nicht in der Mitte zerteilt, müssen die einzelnen Formen zusammengefügt werden. Dazu markierst du alle Buchstaben Formen und nutzt eine Funktion wie „zusammenfügen“, „verschweißen“, „vereinen“ oder „kombinieren“ (je nach Software).

Am Ende besteht dein Wort aus so wenig einzelnen Pfaden wie möglich. Bei einer Schreibschrift, in der alle Buchstaben verbunden sind, bleibt am Ende tatsächlich nur eine geschlossene Form übrig (sofern kein i-Punkt vorhanden ist).

Damit hast du einen Vektor, mit dem dein Plotter nun endlich an die Arbeit gehen kann.

Mindestgröße beachten

Beim Plotten bist du immer durch eine Mindestgröße limitiert. Je nach Plotter und eingesetztem Messer gibt es eine bestimmte Breite und Radien, die du nicht unterschreiten solltest. Gerade bei filigranen Schriften ist diese Mindestgröße schnell erreicht. Unterschreitest du sie zerstört dein Plotter die Folie in den zu engen Bereichen.

Gerade bei Schreibschriften mit Strichstärkenkontrasten (sprich dicken und dünnen Linien) unterschreitet man die Mindestbreite schneller als gedacht. Hier ist häufig auch ausprobieren gefragt.

Neben den Maßen der Schrift ist auch die genutzte Folie ausschlaggebend.

Die passende Folie

Je nach Vorhaben benötigst du beim Plotten die passende Folie. Zwei klassische Anwendungsfälle für das Plotten von Fonts sind Aufkleber für Deko und Möbel oder die Gestaltung von Kleidungsstücken. In diesen zwei Möglichkeiten stecken bereits ganz unterschiedliche Herangehensweisen:

Sticker plotten

Transferfolie nutzen

Möchtest du einen Aufkleber plotten, nutzt du meistens eine Vinylfolie. Diese wird vom Plotter geschnitten und von dir entgittert.

Anschließend benötigst du zusätzlich eine Transferfolie. Mit dieser Folie hebst du deinen Schriftzug von der Schneidematte ab, um ihn an dem Zielort wieder aufkleben zu können.

So stellst du sicher, dass deine Schriftzug korrekt übertragen wird.

Auf Stoff plotten

Gespiegelte Schrift

Um Stoff zu bedrucken, greifst du zu Flexfolie (oder Flockfolie). Diese Folie lässt sich nach dem Schneiden und entgittern umdrehen und mit Hitze werden die Buchstaben auf den Stoff gepresst.

Und hier lauert eine typische Falle: Durch die Drehung ist die Schrift am Ende spiegelverkehrt. Damit das Ergebnis korrekt lesbar ist, musst du deine Schrift vor dem Plotten spiegeln. Nur so dreht sich der Text am Ende wieder in die richtige Position.

Filigranes Entgittern

Plotter Fans wissen: Nach dem Schneiden ist vor dem Entgittern. Dabei entfernst du den Bereich um die Schrift, der nicht benötigt wird. Was bei großen, einfachen Formen relativ einfach ist, kann bei filigranen Schriften eine echte Herausforderung werden.

Mit chirurgischer Präzision entfernst du Punzen (Buchstabenzwischenräume) und musst parallel darauf achten, dass die feinen Linien deiner Schrift sowie Satz- und andere Zeichen nicht versehentlich mit abgezogen werden.

Schrift mit einem Zahnhaken entgittern

Ich nutze für diesen Prozess gern einen (oder mehrere) Zahnhaken. Damit lässt sich wirklich präzise arbeiten und du kannst die zu entfernenden Bereiche „aufspießen“ und gekonnt entfernen. Nach etwas Übung klappt das ausgesprochen gut!

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