Aquarellpinsel: Diese musst du kennen!

Aquarelle sind faszinierende Bilder, die sich durch eine vielseitigen und filigranen Farbauftrag auszeichnen und eine wunderbar frische Leichtigkeit ausstrahlen.

Die Möglichkeiten sind vielfĂ€ltig – du kannst filigrane Blumen malen, Tiere und Menschen darstellen, dich der Landschaftsmalerei widmen oder abstrakte Kunstwerke erschaffen. Die spannendsten Darstellungen entstehen hĂ€ufig aus einem ungeplanten und spontanen Farbauftrag. AnfĂ€ngern und Fortgeschrittenen eröffnet die Aquarellmalerei daher ungeahnte Möglichkeiten fĂŒr die individuelle Entfaltung der eigenen KreativitĂ€t.

FĂŒr einen Ausflug in die Welt der Aquarellmalerei benötigst du neben Aquarellfarben und hochwertigem Papier auch gute Aquarellpinsel. In diesem Ratgeber erfĂ€hrst du, was einen guten Aquarellpinsel auszeichnet und welche Pinselformen es gibt. Mit unseren Tipps findest du im Handumdrehen die passenden Aquarellpinsel.

Was macht einen Aquarellpinsel aus?

GrundsÀtzlich besitzen Pinsel einen relativ einfachen Aufbau. Sie bestehen aus einem Stiel, einer Metallzwinge und einem Pinselkopf mit einem rund oder flach angeordneten Pinselhaarbesatz.

Aufbau von Aquarellpinseln

Der lĂ€ngliche und relativ dĂŒnne Stiel eines Aquarellpinsels besitzt eine leicht konisch zulaufende Form und besteht in der Regel aus rohem, gewachstem oder lackiertem Holz. Die Metallzwinge dient als Verbindungselement von Stiel und Pinselhaarbesatz.

Im Gegensatz zu pastösen Varianten wie Öl- oder Acrylfarben sind Aquarellfarben sehr flĂŒssig.

Die weichen Haare guter Aquarellpinsel zeichnen sich durch eine hohe AufnahmekapazitĂ€t aus und geben die Farbe auf dem Malmedium kontrolliert wieder ab. Der feine und weiche Pinselbesatz der Aquarellpinsel ist sehr flexibel und ermöglicht je nach PinselgrĂ¶ĂŸe gleichermaßen großflĂ€chiges Malen und filigrane Feinarbeiten.

Eine haarige Entscheidung: Synthetik oder Echthaar?

Klassische Borstenpinsel aus Schweineborsten sind fĂŒr die Aquarellmalerei nicht empfehlenswert, sie eignen sich deutlich besser fĂŒr den Farbauftrag von pastösen Farben (Öl oder Acryl). Bei Aquarellpinseln hast du die Wahl zwischen Synthetik- und Echthaar-Besatz.

WasseraufnahmefÀhigkeit von Aquarellpinseln

Aquarellpinsel aus Echthaar

Tierhaare (Marderhaar, Ponyhaar, Ziegenhaar etc.) sind bei der Herstellung von Pinseln bereits seit Jahrhunderten im Einsatz und erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Bei der Mehrzahl der Echthaarpinsel handelt es sich um Marderhaarpinsel. Es gibt auch Rindshaar-Aquarellpinsel aus den feinen Ohrhaaren der Rinder, die teilweise eingefĂ€rbt und als Rotmarder-Imitation angeboten werden.

Seltener findest du Fehhaar-Pinsel, die aus den feinen Schweifhaaren von russischen oder kanadischen Eichhörnchen bestehen. Besonders exklusiv sind Aquarellpinsel mit einem Besatz aus den Schweifhaaren des sibirischen Kolinsky-Rotmarders. Die Haare sind besonders fein und weich, können dank ihrer besonderen Struktur sehr viel Aquarellfarbe aufnehmen und geben sie kontrolliert wieder ab.

Kolinsky-Rotmarderpinsel sind aufgrund der Verwendung dieser exklusiven Tierhaare sehr teuer. Die Aquarellpinsel aus einfachem Marderhaar sind im Vergleich zwar deutlich kostengĂŒnstiger, zu SchnĂ€ppchenpreisen findest du sie jedoch eher nicht.

Aquarellpinsel aus Synthetikhaar

Als Tierfreund legst du großen Wert auf den Tierschutz und suchst nach einer Alternative zu Echthaarpinseln? Dann sind Aquarellpinsel mit einem Besatz aus Kunsthaar eine gute Wahl. Sie zeichnen sich inzwischen ĂŒberwiegend durch eine hohe Wasser- und Farbaufnahme aus und du wirst bei hochwertigen Synthetikhaarpinseln kaum noch Unterschiede zu Echthaarpinseln feststellen. Es gibt also keinen Grund mehr, hier auf tierische Produkte zurĂŒckzugreifen.

Besonders erwĂ€hnenswert sind Toray-Aquarellpinsel, Torayhaar wurde in den 1970er Jahren in Japan entwickelt und besteht aus Polyamid-Synthetikfasern. Sie sollen die charakteristische Struktur der Rotmarderhaare bestmöglich imitieren und sind fĂŒr hohe Spannkraft, feine QualitĂ€t und lange Lebensdauer bekannt.

GrundsĂ€tzlich bieten Kunsthaar-Aquarellpinsel eine gute ElastizitĂ€t, lassen sich leichter reinigen und sind weniger empfindlich als Tierhaar-Pinsel. FĂŒr AnfĂ€nger ist zudem der vergleichsweise gĂŒnstige Anschaffungspreis ein wichtiges Kaufargument, denn die robusten Aquarellpinsel aus Synthetikhaar sind wesentlich gĂŒnstiger als Echthaarpinsel.

Beide Varianten bieten optimale Eigenschaften fĂŒr die Aquarellmalerei, letztendlich hĂ€ngt deine Entscheidung von deinen individuellen AnsprĂŒchen ab. Als Einsteigerin oder Einsteiger solltest du jedoch unbedingt mit synthetischen Pinseln starten.

Welche Pinselformen gibt es?

FĂ€cherpinsel

Die Bandbreite der Aquarellpinsel ist nahezu unerschöpflich, im Wesentlichen lassen sich die folgenden Grundformen unterscheiden:

Rundpinsel

Rundpinsel

Die Klassiker unter den Aquarellpinseln zeichnen sich durch einen rund angeordneten Besatz aus und verfĂŒgen ĂŒber eine leicht abgerundete Spitze. Rundpinsel sind vielseitig einsetzbar und lassen sich leicht handhaben, daher erweisen sie sich als echte Allroundtalente und ideale Einsteigerpinsel. Du kannst sie fĂŒr grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen nutzen, florale Muster kreieren und mit der Pinselspitze sogar feine Details ausarbeiten.

Flachpinsel

Flachpinsel

Namensgebend ist der flach ausgearbeitete Besatz. Flachpinsel besitzen eine gerade Kante und eignen sich wunderbar, um große HintergrundflĂ€chen anzulegen. Auch geometrische Formen malst du spielend mit Ihnen, HĂ€user, Mauern oder Backsteine erhalten so Ihre klassische Form. Mit einem Flachpinsel lassen sich außerdem Linien tupfen.

SchrÀgpinsel

SchrÀgpinsel oder Schwerpinsel

Eine Variante der Flachpinsel sind die SchrĂ€gpinsel (auch Schwertpinsel genannt). Sie besitzen eine leicht abgeschrĂ€gte Kante, die sich wunderbar fĂŒr Ornamente oder das Malen von HausdĂ€chern eignen. Auch fĂŒr BlĂ€tter und BlĂŒten lĂ€sst sich ein Schwertpinsel sehr gut nutzen.

FlÀchenpinsel

FlÀchenpinsel

In einer besonders breiten AusfĂŒhrung wird der Flachpinsel auch als FlĂ€chenpinsel bezeichnet. Diese extreme Variante ist sehr hilfreich, wenn es darum geht, große FlĂ€chen schnell zu bemalen. Auch fĂŒr die Befeuchtung des Papiers mit reinem Wasser sind solche FlĂ€chenpinsel super geeignet. Durch das schnelle Malen hat das Wasser weniger Zeit zu verdunsten und lĂ€sst sich gleichmĂ€ĂŸiger Verteilen.

Katzenzungenpinsel

Diese speziellen Aquarellpinsel Àhneln den Flachpinseln, besitzen jedoch eine abgerundete Kante. Den Namen verdanken sie dem flachen und leicht gebogenen Besatz, der entfernt an eine Katzenzunge erinnert. Diese Pinsel eignen sich ebenso wie die Flachpinsel fĂŒr grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen, du kannst sie dank der abgerundeten Form auch wunderbar fĂŒr schmale Linien, Tupfen oder natĂŒrliche Konturen wie Wolken oder BlĂŒten verwenden.

FĂ€cherpinsel

FĂ€cherpinsel

Die strahlenförmig angeordneten Haare der FĂ€cherpinsel erinnern optisch an einen FĂ€cher. Auch wenn sie auf den ersten Blick relativ breit wirken, fĂŒr das Anlegen großer FlĂ€chen sind sie nicht geeignet. Mit FĂ€cherpinseln kannst du jedoch spannende Effekte und Details kreieren, sie eignen sich wunderbar fĂŒr Feinarbeiten. Mit ihnen zauberst du GrĂ€ser, Tierhaare oder entfernt im Hintergrund stehende BĂ€ume in deine Arbeiten.

Schlepperpinsel

Schlepperpinsel

Die Schlepperpinsel Ă€hneln den klassischen Rundpinseln, weisen jedoch einen Besatz mit lĂ€ngeren Haaren auf. Sie besitzen daher ein deutlich höheres Farb- und Wasseraufnahmevermögen. Du kannst mit Ihnen schwungvolle Linien ziehen, ohne abzusetzen lange Äste malen oder deinen Bildern grafische Elemente hinzufĂŒgen. Mit der feinen Spitze lassen sich perfekt kleine Details malen. Schlepperpinsel werden auch als Linierpinsel oder Schriftenpinsel bezeichnet.

Verwaschpinsel

Diese Aquarellpinsel sehen ebenfalls wie Rundpinsel aus, sind jedoch deutlich grĂ¶ĂŸer. In der Regel weisen Sie mehr Haare auf und können sehr viel Wasser aufnehmen. Sie werden weniger fĂŒr den Farbauftrag verwendet und dienen in erster Linie dazu, aufgetragene Farbe zu vermalen oder zusĂ€tzlich Wasser aufzutragen. Du kannst mit diesen Pinseln beispielsweise wunderbar einen Himmel oder eine grĂ¶ĂŸere WasserflĂ€che anlegen.

Welche Aquarellpinsel brauchst du (wirklich)?

FĂŒr den Einstieg benötigst du keineswegs eine riesige Anzahl an Aquarellpinseln. Am Anfang ist es sinnvoll, wenn du dir zunĂ€chst ein paar Rundpinsel in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen zulegst, mit denen du ĂŒben kannst. Neben dem Einzelkauf kann auch ein kleines Pinselset eine gute Wahl sein.

Achte beim Kauf insbesondere auf folgende Faktoren:

  • Achte darauf, dass die Pinselhaare möglichst fein, weich und flexibel sind.
  • Die PinselgrĂ¶ĂŸe hĂ€ngt maßgeblich vom gewĂ€hlten Format des Aquarellpapiers ab. Um grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen zu bemalen ist automatisch mehr Budget nötig.
  • Es sollten keine Haare von der Pinselspitze abstehen! Andernfalls ruinierst du dir den prĂ€zisen Farbauftrag. Bei vielen Pinseln schĂŒtzt ein Plastikröhrchen die Spitze.

Nachstehend findest du eine kleine Einkaufsliste fĂŒr eine mögliche Grundausstattung:

  • mehrere Rundpinsel in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen: z. B. 4, 8, 12
  • ein Rundpinsel in GrĂ¶ĂŸe 24 fĂŒr grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen
  • ein Flachpinsel in GrĂ¶ĂŸe 20
  • ein Schlepperpinsel fĂŒr Details
  • ein Verwaschpinsel in GrĂ¶ĂŸe 5

Weniger ist zunÀchst mehr und erleichtert dir das Ausprobieren unterschiedlicher Techniken. Mit der Zeit lernst du dazu und kannst deine Pinselsammlung nach und nach erweitern.

Viel Freude beim Malen mit deinen neuen Aquarellpinseln!

Schreibe einen Kommentar